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  • Stadtführung mit Doktor Eisenbart
    Stadtführung mit Doktor Eisenbart Foto: Weserbergland Tourismus e.V.

Der berühmteste Wanderarzt des Barock

Johann Andreas Eisenbart

Doktor Johann Andreas Eisenbart
Doktor Johann Andreas Eisenbart

Doktor Johann Andreas Eisenbart gilt als berühmtester Wanderarzt der Barockzeit.

Geboren wurde er 1663 in Oberviechtach, im Alter von 64 Jahren verstarb er im Jahr 1727 in Hann. Münden im damaligen Gasthaus "Zum Wilden Mann". Über die Grenzen Hann. Mündens hinaus ist Eisenbart vor allem aufgrund des Spottliedes, das ihn als Scharlatan, Quacksalber und Kurpfuscher bezeichnet, bekannt. Verbreitet hat sich dieses etwa ab 1800 und geht auf einen Göttinger Studenten zurück.Tatsächlich war Doktor Eisenbart aber ein Meister seines Fachs, der sogar zum preußischen Hofaugenarzt wurde. Als Handwerkschirurg, Wundarzt und Starstecher war er sehr erfolgreich. Eine Meisterprüfung legte er, vermutlich aufgrund der hohen Prüfungsgebühren, zeit seines Lebens nicht ab. Für die Behandlung des Grauen Stars entwickelte er eine spezielle Starnadel, auch ein eigens von ihm entwickelter Polypenhaken kam regelmäßig zum Einsatz. Als umherziehender Landarzt hatte Eisenbart zahlreiche Helfer um sich geschart, die öffentliche Behandlungen, wie z. B. auf einem Marktplatz, mit Gauklerei begleiteten. Schwierigere Eingriffe führte Eisenbart zumeist aber in Gasthäusern durch, was Eisenbart als sorgfältigen und gewissenhaften Arzt auszeichnet. Auch als Pharmazieproduzent war Eisenbart tätig: In Magdeburg hatte er in einem 1703 erworbenen Wohnhaus eine Arzneiproduktion eingerichtet.

Als einer der ersten Ärzte bediente sich Eisenbart moderner Marketingmethoden, wie Flugblättern und Zeitungsinseraten. Ab etwa 1725 war Eisenbart von Krankheit gezeichnet und erhielt Unterstützung von seinem Sohn Adam Gottfried. Am 1. September 1727 setzte er in Göttingen sein Testament auf, da es ihm offenbar immer schlechter ging. Am 11. November starb er in Hann. Münden. Hier wurde er in der Aegidienkirche beigesetzt. Nach seinem Tod geriet Eisenbart in Vergessenheit und wurde oftmals für eine fiktive Persönlichkeit gehalten, bis sein Grabstein um 1825 wieder entdeckt wurde.

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