
Zukunft des Tourismus im Weserbergland entscheidet sich
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08.04.2010
Über die Zukunft des Tourismus im Weserbergland entscheidet in wenigen Tagen eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Weserbergland Tourismus e.V. Am 14. April 2010 werden die Kommunen und Städte verkünden, ob sie das inhaltlich bereits befürwortete Zukunftskonzept „Tourismus im Weserbergland 2015“ auch finanziell mittragen werden.
„Ohne die im Zukunftskonzept geforderte Neuausrichtung wird es für die Region keine touristische Zukunft geben“, erläutert der Vorsitzende des Weserbergland Tourismus e.V. Rüdiger Butte die Bedeutung der bevorstehenden Entscheidung.
Im vergangenen Jahr hat der Weserbergland Tourismus e.V. ein Zukunftskonzept „Tourismus im Weserbergland 2015“ vom Europäischen Institut für Tourismus (ETI) in Trier erstellen lassen. Anders als bei herkömmlichen Gutachten wurden bewusst alle Mitglieder einbezogen. Sie haben das vorliegende Ergebnis gemeinsam mit dem Berater erarbeitet. Das Konzept beinhaltet für die Region Leitlinien, die das Weserbergland zur führenden Destination für Rad- und Wandertourismus in Deutschland machen sollen. Die Region soll als Kurzreiseziel für Aktivurlauber, Genießer und Kulturinteressierte erfolgreich ausgebaut werden. Sie soll Qualitätsführer in den Bereichen Dienstleistung, Service und Infrastruktur werden.
Die zukünftige Positionierung soll zunächst schwerpunktmäßig über die Themen Weser-Radweg und Weserbergland-Wanderweg mit der obersten Priorität über den Weserbergland Tourismus e.V. gesichert werden. Über das Volumengeschäft Radfahren und Wandern hinaus ist das Thema historische Städte auf regionaler Ebene als potentielles Zukunftsthema zu behandeln.
Das Gutachten macht deutlich, dass durch die Globalisierung und permanent wachsende Konkurrenz eine Gesamtstrategie für die Region von immenser Bedeutung ist. Nur wenn sich alle Orte in Abstimmung mit der Region Weserbergland gemeinsam auf dem Markt bewegen und strategisch dabei vorgehen, kann Wirtschaftskraft daraus resultieren. Orten und Teilregionen, die versuchen, sich allein auf dem schwierigen Reisemarkt zu profilieren, räumt der Berater keine Zukunftschancen ein. Es gilt Gelder, Ressourcen sowie Man-Power zu bündeln, um Arbeitsplätze zu erhalten und auszubauen.
Die Zahlen belegen die Wirtschaftskraft beeindruckend. „Schon jetzt erwirtschaftet der Tourismus in der Region einen Bruttoprimärumsatz von 1,5 Milliarden Euro. Mit rund 3,9 Millionen Übernachtungen jährlich stellt das Weserbergland ein touristisches Schwergewicht dar. Insgesamt verursacht der Tourismus rund 32 Millionen Euro Steuerreinnahmen bei den Kommunen“, erklärt Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack vom ETI.
In der letzten Jahreshauptversammlung im vergangenen November haben sich die Mitglieder bereits inhaltlich mit großer Mehrheit für das Konzept ausgesprochen. Jetzt bedarf es einer finanziellen Klärung. Dazu hat der Weserbergland Tourismus e.V. zu einer Mitgliederversammlung am 14. April nach Höxter eingeladen. Dort soll über eine Beitragserhöhung zur Finanzierung des Konzeptes abgestimmt werden.
Die Entscheidung wird den Mitgliedern aufgrund der schwierigen finanziellen Situation in den Kommunen nicht leicht fallen, da der bisherige Beitrag um den Faktor 2,7 erhöht werden soll. Erfreulicherweise hat das Land Niedersachsen eine Förderung von 300.000 Euro über die nächsten 3 Jahre in Aussicht gestellt, so dass der Beitrag sanft in mehreren Stufen bis zum Jahr 2013 erhöht werden kann. Weiterhin sieht das Land Potential in der touristischen Region Weserbergland und zeigt sich gesprächsbereit für weitere finanzielle Förderung für die Infrastruktur am Weser-Radweg und den auszubauenden Weserberglandweg. „Damit erhalten wir eine Jahrhundertchance, die wir nutzen sollten, um unsere Zukunft nachhaltig zu sichern“, ist Petra Wegener, Geschäftsführerin des Weserbergland Tourismus e.V. überzeugt.
Der Weserbergland Tourismus e.V. steht somit an einem Wendepunkt. Die Mitglieder werden über die zukünftige Ausrichtung ihres Verbandes entscheiden müssen, sie müssen sich aber auch deutlich zu ihrer Dachorganisation bekennen. „Das Konzept hat anschaulich belegt, dass das Weserbergland über ein touristisches Potential verfügt, das es zu entwickeln und auszubauen gilt. Die Zukunft des Weserberglandes ist abhängig von der Neuausrichtung nach dem Konzept. Dies wird aber nur gemeinsam und mit einem erhöhten finanziellen Aufwand gehen“, so Butte.
Im Kontext zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus ist die Entscheidung für alle Akteure in der Region von größter Bedeutung. (4.555 Zeichen)
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