
Positives Signal für den Tourismus im Weserbergland
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26.11.2009
Grundsätzliche Unterstützung der Mitgliederversammlung für das Zukunftskonzept „Tourismus im Weserbergland 2015“
Auf der heutigen Jahreshauptversammlung des Weserbergland Tourismus e.V. wurde in der Stadthalle in Holzminden das soeben fertiggestellte Zu-kunftskonzeptes „Tourismus im Weserbergland 2015“präsentiert. Auf Empfehlung des Landes Niedersachsen entschloss sich der Weserbergland Tourismus e.V. (WT) Ende des Jahres 2008 einen touristischen Masterplan erstellen zu lassen und beauftragte das Europäische Tourismus Institut GmbH (ETI). Das Konzept soll neben wichtigen Daten und Analysen zur Angebots-entwicklung insbesondere Empfehlungen zur Abstimmung der regionalen Vorgehensweise liefern. Ziel ist es, durch Handlungsempfehlungen, Zuweisung von Zuständigkeiten und Vorschlägen zur Organisation und Umsetzung die Tourismusstandorte im Weserbergland zu sichern, um zukünftig wettbewerbs- und konkurrenzfähig zu bleiben.
Prof. Dr. Quack (ETI) kommt zu folgenden Ergebnissen: Im Jahr 2008 weist die Region ein Übernachtungsvolumen von 3,9 Mio. aus. Für das laufende Jahr 2009 (Januar bis August) lässt sich laut der niedersäch-sischen Statistik ein Zuwachs um 2,3% verzeichnen. In den letzten Jahren ist es gelungen die Übernachtungen erheblich zu steigern und liegt somit über dem Niveau des Expo-Jahres 2000. Allerdings deuten sich erste Auswirkungen der rückläufigen touristischen Nachfrage an. Die Untersuchung zeigt deutlich, dass der Tourismus ein wichtiger Wirtschafts-faktor im Weserbergland ist. Im Jahr 2008 wurde durch den Tages- und Über-nachtungstourismus ein Nettoprimärumsatz in Höhe von 1,56 Mrd. Euro erwirt-schaftet. Mit einer Nettowertschöpfung von knapp 860 Mio. Euro liegt der An-teil der Tourismusbranche am Gesamteinkommen bei 6,9%. Etwa 33.600 Be-schäftigte beziehen ihr Einkommen direkt oder indirekt aus der touristischen Nachfrage. Dies entspricht einem Anteil von 13,1% an allen Erwerbstätigen. Die kommunalen Steuereinnahmen aus dem Tourismus lassen sich mit 39 Mio. Euro beziffern.
Die zukünftige Positionierung soll schwerpunktmäßig über die Themen Weser-Radweg und Weserbergland-Wanderweg mit der obersten Priorität gesichert werden. Aufgrund der hohen Nachfrage und der bisherigen Marktposition des Weserberglandes sind die Themen Radwandern und Wandern mit relativ geringem Aufwand zu bearbeiten und somit als Volumengeschäft zu be-trachten und in den Focus des regionalen Marketings zu stellen. Über das Volumengeschäft hinaus ist das Thema historische Städte auf regio-naler Ebene als potentielles Zukunftsthema zu behandeln. Qualitätssicherung und -steigerung zieht sich als Querschnittsthema von der Produktentwicklung bis zur Vermarktung.
Das ETI schlägt die Umgestaltung des WT in eine Serviceagentur vor. Kernpunkt des vorgeschlagenen Modells ist die Einführung von thematisch orientierten Arbeitsgemeinschaften. Ausgewählte touristische Akteure schließen sich zu den Themen Radwandern, Wandern und Städte zusammen. Die Leitung und Koordination der Arbeitskreise obliegt den so genannten Produktmanagern. Da das Querschnittsthema Qualität alle anderen Themen überspannt, sollte hier eine Stabsstelle beim WT eingerichtet werden.
Die regionale Vermarktung soll der WT übernehmen, die Orte übernehmen weiterhin die direkte Kontaktpflege. Die Ortsebene stellt die Schnittstelle zu den Leistungsträgern dar. Um hier die lückenlose Versorgung zu gewährleisten, soll weiterhin stringent die interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) ausgebaut werden, dies liegt im Aufgabenbereich der einzelnen Gemeinden.
Der notwendige personelle Ausbau sowie das erweiterte Aufgabenspektrum mit Schwerpunktbildung erfordert eine deutliche Erhöhung der bereit zu stel-lenden Mittel. Aus den Mitgliedsbeiträgen können allenfalls die Strukturkosten des Betriebs der Geschäftsstelle finanziert werden. Die Produktkosten (Marke-tingmaßnahmen), die zur Schaffung des eigentlichen Nutzens einer regionalen Vermarktung notwendig sind, müssen zusätzlich erbracht werden. Das bedeutet in Zahlen, dass eine Erhöhung des bisherigen Budgets von rund 500.000 Euro auf 1,25 Mio. Euro laut Quack aufgebracht werden müssen.
Der Vorsitzende Rüdiger Butte forderte die Mitglieder zur Solidarität auf: „Wenn wir unsere Marktposition im Wettbewerb halten und ausbauen wollen, sind Investitionen unumgänglich.“
Eric Oehlmann, Regierungsvertretung Hannover begrüßt das Konzept aus-drücklich und sichert die finanzielle Unterstützung des Landes Niedersachsen zu.
In einer Abstimmung sprach sich eine deutliche Mehrheit der Mitglieder spre-chen sich inhaltlich für das Zukunftskonzept aus und erkennt die Maßnahmen und Handlungsempfehlungen als notwendig an. Die Finanzierung durch die Mitglieder soll im ersten Quartal 2010 abgestimmt werden.
Der WT steht somit an einem Wendepunkt, die Mitglieder werden über die zukünftige Ausrichtung ihres Verbandes entscheiden müssen, sie müssen sich aber auch deutlich zu ihrer Dachorganisation bekennen. Das Konzept hat anschaulich belegt, dass das Weserbergland über ein touristisches Potential verfügt, das es zu entwickeln und auszubauen gilt. Dies wird aber nur ge-meinsam und mit einem erhöhten finanziellen Aufwand gehen. Im Kontext zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus ist die Entscheidung für alle Akteure in der Region von größter Bedeutung.
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